Mittwoch, 13. Februar 2013

Hausarbeit statt Hausarbeit

Wenn irgendwann jeder Staub gesaugt ist und jeder Abwasch gemacht (hoffentlich kommt das keiner kontrollieren, was ich hier schreibe), dann fängt man an mit der Schreiberei seiner Hausarbeit. Beim Schreiben bin ich diesmal so vorgegangen, wie ich es zur Zeit ab und zu im Unterricht predige. Ich habe Mind-Maps erstellt. Hab ich früher nie gemacht. Ich komme aus dem Osten, wir hatten ja nichts. Schon gar keine Mind-Maps. Mittlerweile habe ich Mind-Maps zu schätzen gelernt, vor allem für das Planen von Schreibprozessen. Dabei ist es kein Zufall, dass sich meine Arbeit am Rande damit beschäftigt. 
Für meine Mind-Maps hab ich Freemind verwendet. Leider bin ich dabei noch Anfänger und verstehe große Teile des Menüs nicht. Die Zeit, jetzt alles auszuprobieren habe ich auch nicht. Deswegen konnte ich am Ende nicht, was eigentlich der Plan war, die einzelnen Mind-Maps auf A4 bringen, um sie auszudrucken und mir eine große Mind-Map im Zimmer daraus zu basteln. Das war die grandiose Idee für meinen Schreibplan. Damit ich immer sehe, wann ich was wie wo und warum schreibe und zwischendurch immer daran rumändern und rumschieben kann. Leider sprengen die Mind-Maps das A4-Format irgendwie und so musste ich improvisieren. In diesem Fall springe ich am Bildschirm immer zwischen den Mind-Maps hin und her.
Mein nächster Plan, ein Buch aus meinem Kindle zu zitieren (die Kindle-Ausgabe war billiger und innerhalb von 30 Sekunden nach Entdecken bei mir zu Hause), scheiterte daran, dass der Kindle keine Seitenzahlen anzeigt. Wie zitiere ich jetzt daraus, ohne wie Anette Schavan zu enden? Die Vorschläge, die ich bisher erhalten habe (mir das Buch in der Bibliothek anzuschauen und die Stellen rauszuschreiben) frustrieren mich irgendwie, auch wenn das vielleicht durchaus ein machbarer Vorschlag ist. Dennoch muss es dafür ja irgendeine Lösung geben. Oder hätte ich doch einen epub-Reader kaufen sollen? Da gibts Seitenzahlen. Allerdings hilft mir das bei meinem Problem jetzt auch nicht weiter.
Abgesehen von diesen zwei technischen Hindernissen läuft es ganz gut. Bisher habe ich zwei Kapitel geschrieben und eine Menge formatiert. Die Erfahrung zeigt, dass der Prozess nach hinten raus schneller läuft. Das wird auch nötig sein.

Sonntag, 10. Februar 2013

Wie schreibt man eine wissenschaftliche Arbeit, in zehn Schritten

Es gibt viele Anleitungen für die Vorgehensweise beim Schreiben von wissenschaftlichen Arbeiten. Aber keine ist so richtig zielführend für mich. Deswegen habe ich meine eigene entwickelt und weil ich gerade dabei bin, meine Examensarbeit zu verfassen, will ich meine Strategie niemandem vorenthalten, auch wenn bisher offen ist, wie zielführend diese sein wird. Hier also meine Vorgehensweise in zehn Schritten:

1. Arbeitsplatz aufräumen - ist bei mir nämlich nahezu immer unaufgeräumt. Könnte daran liegen, dass ich immer arbeite, aber auch daran, dass ich einfach unordentlich bin. Das soll nicht weiter erörtert werden.
2. Computer einschalten. Dokument einrichten mit dem Titel Examensarbeit. Motto: Was man auf dem Desktop gespeichert hat, existiert auch. Ab diesem Moment hat man also immer schon angefangen. Eine sehr motivierende und zielführende Strategie.
3. Erstmal einen Kaffee kochen. Denn die Anfangerei kostet manchmal ziemlich viel Energie. 
4. Nachsehen, ob es irgendwelche Neuigkeiten bei Facebook gibt. Nicht von der Tatsache beeindrucken lassen, dass die Startseite voll ist mit Berichten darüber, dass Anette Schavan wegen unsauberer Zitierweise ihren Doktortitel gerade abgeben musste.
5. Saubere Zitierweise nochmal recherchieren.
6. Dokument "Examensarbeit" öffnen: Inhaltsverzeichnis erstellen und Deckblatt gestalten. Dann hat man immerhin schon gefühlte drei Seiten. 
6. Bücherstapel zurecht legen, danach erstmal den Abwasch machen.
8. Garantiert zu verwendende Hilfsmittel ins Literaturverzeichnis aufnehmen. Die stupiden Aufgaben müssen schließlich auch irgendwann gemacht werden.
9. Ne Runde Staubsaugen. 
10. Einen Blogeintrag zum wissenschaftlichen Arbeiten erstellen.

Ich bin jetzt bei Schritt zehn. Danach muss man dann echt endlich mal anfangen. Sonst wird's nix mehr.

Sonntag, 3. Februar 2013

Den Indianer nehmt uns nicht

Zur Zeit lese ich tschick. Ist ja ziemlich schick im Moment. Der große Hype ist zwar eigentlich schon vorbei, was man daran merkt, dass das jetzt schon im Lehrerzimmer auf den Tischen rumliegt (immer ein gutes Zeichen, dass man etwas hinterher hinkt mit dem eigenen Lesevorgang, wenn im Netz schon überall didaktische Entwürfe zu der Lektüre herumgeistern - wie schlecht sie auch sein mögen). Ich bin ja nur mittelmäßig begeistert, aber das ist eine andere Frage. 
Viel wichtiger ist ja, dass sich Herrndorf eigentlich in Bezug auf die aktuelle Diskussion um die "Zensur" deutschsprachiger Kinderbücher (z.B. hier) direkt zu Astrid Lindgren und Ottfried Preußler gesellen müsste, wenn es um eine politisch korrekte Schreibe geht. Was bei Astrid Lindgren der Negerkönig und bei Ottfried Preußler das kleine Negerlein, ist bei Herrndorf der Indianer. Nun gut, es kommt kein einziger Indianer vor (ich bin noch nicht fertig, aber das vermute ich mal), der gute Maik Klingenberg sitzt nur auf einem Indianerturm. Aber ich finde, wenn wir schon politisch korrekt sein wollen, dann doch bitte auf ganzer Linie. Dann sollte der Indianerturm auch umbenannt werden in einen Nordamerikanische-Ureinwohner-Turm und die Schulfaschingsparty der letzten Woche in "Nordamerikanische-Ureinwohner und Weiße-Angelsächsiche-Protestanten"-Party. Nachdem mein halbes Studium der Amerikanistik aus der Erforschung indigener Literatur und Kultur bestand, fühle ich mich bei diesem Begriff durchaus an die Problematik erinnert und frage mich, wie weit sie geht, die politische Korrektheit. So weit, dass sich der Deutsche seinen Indianer wegnehmen lässt, offenbar nicht.