Freitag, 16. November 2012

Wochenrückblick - Wos is oa Stulle?

Meine zweite Unterrichtswoche ist nun schon rum und ich habe einiges gelernt, leider etwas weniger gelehrt, weil meine Söhne sich in Sachen Virenverarbeitung immernoch in der Eingewöhnungsphase ihrer Krippenzeit befinden und deshalb meine Anwesenheit mit Fieber und ohrenbetäubendem Geschrei mehrmals eingefordert haben. Dennoch lohnt sich ein Rückblick auf meine zweite Woche als Lehrerpraktikantin: 
Ich habe wenig Kaffee gekocht und das nur zu Hause, ganz allein für mich selbst. Der war allerdings lecker.
Ich hab zur Ruhe ermahnt. (Das steht sehr weit vorn, denn das ist die Tätigkeit, die sich immer am meisten einbrennt. Wenn man Pech hat oder zum Schreien neigt, dann merkt sich das auch der Körper in Form von Heiserkeit. So weit kam es diese Woche aber nicht).
Ich musste feststellen, die Schüler haben bessere Handys als ich.
Ich habe chaotische Tafelbilder erstellt und mich hinterher darüber geärgert. 
Ich habe endlich auch mal die Placemat-Methode probiert und mich sehr über die Ergebnisse amüsiert. 
Ich habe drei Versionen einer Schulaufgabe entwerfen müssen und mich schon beim Entwerfen davor gegraust, die nächste Woche alle korrigieren zu müssen. 
Ich habe mit englischen Fachbegriffen um mich geworfen, dass es nur so rauscht. 
Ich habe einem Schüler "Jetzt pack die Stulle weg!" zugerufen und fragende Blicke geerntet, die in der echten Frage mündeten, was denn eine Stulle sei. Kuckst du hier, lieber Bayer. Aber wahrscheinlich wollten sie eh nur Unterrichtszeit vernichten. Der Unterschied zu ungarischen Schülern ist also weniger groß als ich dachte.

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