Ich versuche mir immer vorzustellen, wie das ist, wenn man ein Schüler an einer bayerischen Schule ist, der im Jahr 2013 Abitur machen will. Ich geb mir dabei wirklich Mühe, damit ich meine Schüler besser verstehen kann. Das gelingt mir mal besser und mal schlechter.
Erstens möchte ich behaupten, um einen Bayern zu verstehen, muss man ein Bayer sein. Ob das stimmt, wird aber erst die Zeit zeigen. Zweitens, um einen Schüler zu verstehen, muss man ein Schüler sein. Aber das bin ich ja, irgendwie. direkt damit im Zusammenhang steht, dass ich mir nicht vorstellen kann, wie es ist, das sogenannte Turbo-Abi zu machen, von dem alle reden. Ich hab nicht den Eindruck, dass die Schüler dauernd mit Schnappatmung zwischen Schulaufgaben und Projektberichten hin- und herhetzen, aber so sollte es eigentlich sein, wenn man der Presse glaubt. Der bayerische G8-Abiturient hat eigentlich Schlafprobleme, akuten Stress, Freizeitmangel und dauernden Lern- und Prüfungsdruck. Sieht man irgendwie gar nicht. Aber nur weil man was nicht sieht, heißt das ja nicht, dass es nicht existiert. Ich hatte schließlich auch Druck, obwohl ich drei Jahre in der Oberstufe gelungert habe.
Was sich überhaupt nicht geändert hat, ist der Druck der Berufs- und Studienwahl durch fehlende Vorbereitung und ein schier unbegrenztes Angebot an Möglichkeiten. Jedenfalls mein Eindruck. In meiner Krippe arbeitet eine Abiturientin, die gerade im FSJ ist. "Lehramt würd ich gern studieren", sagt sie. "Aber davon wird ja abgeraten, weil es keine Stellen gibt" (Die gibt es derzeit übrigens wirklich nicht. Vielleicht breche ich mein Ref lieber ab.) Wenn ich meine Berufswahl von solchen Faktoren abhängig gemacht hätte, dann wäre ich heute freiberufliche Journalistin. Ob das jetzt gut wär oder schlecht, darf sich jeder selbst denken.
"Was sich überhaupt nicht geändert hat, ist der Druck der Berufs- und Studienwahl durch fehlende Vorbereitung und ein schier unbegrenztes Angebot an Möglichkeiten. Jedenfalls mein Eindruck."
AntwortenLöschenErst mal soweit richtig. Ob man ein Bayer ist oder nicht, wird die Situation und die daraus resultierende Sichtweiße nicht ändern, schließlich werden sogar schon die aus der Nördlichsten Oberpfalz "B(P)reißn" bezeichnet. - spielt hier keine Rolle. Letzdings habe ich auch eine Reportage im TV gesehen, wo es ums G8 ging. Alles war da negativ: Die Schüler sprachen "alle online Sachen am Schulweg zu erledigen", den "Schulweg mit genau 10 Minuten eingeplant zu haben", "jede Minute verplant", "Nachts bis 22 Uhr durchlernen", "ausnahmsweise ein paar Tage in den Sommerferien frei zu nehmen", "Stress pur und kein Platz mehr im Kopf". Ich sag: Alles Blödsinn, kann ich nicht behaupten, dass das so, zumindest bei uns und näheres Umfeld, so zu geht. Gestern und heute bis 13 Uhr Schule, davon heute erst zur 2. Stunde Unterricht. So sind die meisten Schüler heute um ca. 13:45 daheim, und haben nach dem sie evtl. etwas gegessen haben, rund 6 Stunden bis zum Abend Zeit, um schulisches und "Privates" zu erledigen. Aber ist Schulisches nicht auch was Privates. Für was gehst du in die Schule. Nicht um Zeit ab zu hocken, nein, sondern um Wissen bzw. Leistung aufzubauen, und (so ist es leider) ein einigermaßen gutes Abi zu bekommen, denn das Abi (...) entscheidet letztendlich ob ich dies oder doch nur jenes bzw. garn nicht studieren kann.
"Was sich überhaupt nicht geändert hat, ist der Druck der Berufs- und Studienwahl durch fehlende Vorbereitung"
Das allerdings stimmt. Es gibt keinerlei richtige und vernünftige Vorbereitung auf das "Leben" nach der Schule.
Vielleicht seid ihr einfach besonders lässige Typen! :)
LöschenBerufs- und Studienwahl:
AntwortenLöschenheikles Thema,
wurde im G8 versucht umzusetzen...
nennt sich BuS-Teil im P-Seminar...
ist aber ein Witz...
klassischer Fall von: Idee: gut - Umsetzung: grill ins Klo (vorm runterspülen...)
Warum sieht heute das "Griff" aus wie "grill"???
LöschenEgal, es gibt wichtigere Themen...
auf jeden Fall soll das Griff heißen
Das kann ich dir leider gar nicht sagen, ich schätze du hast dich vertippt. So banal wird die Lösung sein. Was macht ihr da?
AntwortenLöschenDas kommt auf die Lehrkraft an...
AntwortenLöschenAber im Schnitt wird eine Mappe bewertet, Inhalte können sein:
-Bewerbung für einen fiktiven Praktikumsplatz
-Mitschrift eines Berufswahlvortrags durch den Präsidenten der IHK.
-Besuch zweier IHK-Vorträge(http://www.berufsinfo-rotary.de/)
-eine genaue Beschreibung eines Berufsfeldes
außerdem wurde die Bearbeitung des Selbsterkundungsheftes Typ A empfohlen (alle Hefte (rechts oben) unter:http://www.isb.bayern.de/isb/index.asp?MNav=0&QNav=5&TNav=1&INav=0&Pub=665)
die Meinungen über diese Hefte sind aber durchweg negativer Natur (ich hätt auch "negativ" schreiben können... aber das ist lame...)
und was hast du gemacht?
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