Heute hat mir beim Mittagessen, genauer beim Spaziergang zum Mittagessen (denn das Essen schmeckt in der Konkurrenzschule einfach besser), ein Mitreferendar die Frage gestellt, ob ich gern nochmal Schüler wär, diese Frage würde ihn nämlich beschäftigen. "Wieso?", hab ich gefragt: "Wir sind doch nichts anderes!" Mit dieser Antwort hatte er offenbar nicht gerechnet, er war ziemlich entsetzt über diese Aussage. Wieso auch nicht. Immerhin stünde er ja jetzt vorn und säße nicht hinten und er bekäme sogar ein Gehalt für das, was er täte (bisl viel Konjunktiv, wa?). Allein diese Dinge würden ihn unterscheiden tun, von seinem Gegenüber, so die Erklärung.
Ich für meinen Teil finde, die Gemeinsamkeiten liegen auf der Hand:
Beide Gruppen befinden sich unter nahezu ständigem Bewertungsdruck.
Beide befinden sich in der Rolle des Lernenden und je nach Gruppenzugehörigkeit auch öfter mal in der Rolle des Lehrenden.
Auf beiden Seiten spielt die peer-group eine wichtige Rolle und es wird dauernd verglichen, ausgetauscht und ausgewertet und hier natürlich am liebsten die Lehrer.
Bei Beiden hängt die Zukunft von den Noten ab, die am Ende auf dem Zeugnis stehen, aber Verdrängung ist an der Tagesordnung.
Und Ausreden.....ja die hört man auch immer mal auf beiden Seiten.
Will ich also nochmal Schüler sein? Nein, will ich nicht. Ich wollte schon kein Schüler sein, als ich noch Schüler war. Und jetzt wieder in der Schülerrolle zu sein, ist eine meiner schwersten Übungen, fängt schon damit an, dass ich keinen Fahrradhelm habe.
Sicherlich sind beide Seiten Schüler. Allerdings unterscheiden sich die Gruppen deutlich darin, dass bei Referendaren eine berufliche Festlegung (zumindest vorerst) stattgefunden hat, während sich die Schüler beruflich noch orientieren müssen und in einem sehr breit gefächertem Fächerspektrum geschult werden (der Vergleich G9 - G8 legt die Vermutung nahe, dass bewusst der Weg der breiten Allgemeinbildung verfolgt wird...). Der Entscheidende Lebensabschnitt, in dem man seiner Berufung nachgeht beginnt mit der beruflichen Ausbildung (im Referendarsfall das Studium bzw. das Referendariat selbst). Deshalb kann man zwar sagen, dass auch Referendare Schüler sind, aber in einem ganz anderen Lebensabschnitt stehen und auch eine ganz andere Funktion erfüllen (Seitenhieb zu Vorbildfunktion => Fahrradhelm).
AntwortenLöschenUnd manche Schüler wären eben gerne Lehrer ;-) Auch das war schon immer so.
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