Eigentlich sind Ferien. Und Feiertage noch dazu. Also momentan befinden wir uns zwischen den Feiertagen, aber das darf man nicht so genau nehmen, eigentlich geht das Fest ja bis 6.1.2012. Nur der Geschenkemarathon ist jetzt eben für die meisten schon vorüber.
Für mich persönlich ist die freie Zeit schon zu Ende und ich habe sie mit krank sein verbracht, wie sich das gehört für eine ordentliche Probebeamtin. Da meine Kinder momentan jedes Bakterium und Virus nach Hause schleppen, was sie so unterwegs aufgabeln und ihnen einsam vorkommt, war ich davon auch nicht so überrascht, aber natürlich auch nicht erfreut. Diesmal hat es mich auch fieserweise schon vor den Ferien erwischt.
Mittlerweile versuche ich ein wenig zu arbeiten und lese ein interessantes Buch von Will Richardson zum Thema Blogs und Wikis im Unterricht. Die Realitätsbeschreibung, die er in seiner Einleitung abliefert, entspricht so dermaßen meinen Beobachtungen, dass ich mich schon jetzt in diesem Buch wie zu Hause fühle, auch wenn ich mich dabei wir im Arbeitszimmer fühle und nicht wie im Wohnzimmer, was angesichts der Ferientage angebrachter wäre. Web 2.0 ist meinen Beobachtungen nach für die meisten Lehrer und auch Referendare ein Fremdwort und beim Stichwort Blog fällt den meisten eigentlich nur so "eine Art Tagebuch" ein. Genau darin sieht Richardson das Problem: die gewaltige Lücke im digitalen Wissen zwischen Lehrern und Lernern.
Wo ich mir allerdings nicht so sicher bin ist die "andere" Schülergeneration, von der Richardson da spricht. Eine Generation, die mit social networking, blogs und wikipedia groß geworden ist und deswegen ganz anders denkt und lernt. Auf diese Generation wartet man in Bayern noch. Vielleicht auch deswegen, weil die vorhergehenden Generationen sich zu sehr sträuben gegen das unbekannte Terrain. Nicht zuletzt aus Datenschutzgründen, über die Herr Rau (hier) auch kürzlich so herrlich gepostet hat und digitaler Demenz-Ausreden.
Ich sage: Schluss damit. Schert euch ab ins Internet. Und weil das hier sowieso keiner liest, kann ich das hier auch so offen rumkrakelen, um mich dann auch sofort wieder auszuloggen.
Schert euch ab ins Internet halte ich für eine gute Parole. Aber ins eigene, in ein offenes Blog, nicht nach Facebook oder Twitter. (Ich finde, zur Geburt oder Taufe oder spätestens zur Kommunion-Konfirmation sollte jedes Kind eine eigene Domain kriegen, oder wenigstens eine Subdomain auf der Familiendomain.)
AntwortenLöschenIch bin immer skeptisch, wenn ich so etwas wie da von Will Richardson lese. Klar ist das Internet toll, *wir* wissen das. Aber immer, wenn ich höre, dass die Lerner soweit voraus sind, oder als digital native qua Geburt netzaffin sind, dann prüfe ich das an meiner Realität, und siehe da: Es stimmt nicht. Ich weiß nicht, ob diese postulierte Generation anders denkt und lernt. Sie lernt, wie jede Generation, erst mal das, was sie will. Wenn man möchte, dass es etwas gibt, dass sie lernen soll, dann geht das auch nicht nachhaltiger oder schneller.
Ich erlebe das so ähnlich bei Schülern, glaube aber, dass man in Deutschland besonders zurückhaltend und vorsichtig ist (warum nicht auch Facebook und Twitter?). Ich denke, diese Lerner, von denen Richardson spricht, werden kommen. Und ob man sie nun als digital natives oder nicht bezeichnet, sie sind durchaus schon jetzt online zu Hause. Ganz im Gegensatz zur älteren Generation (und damit sind auch Mittzwanziger gemeint), die gerne mal die Tür komplett verschließt.
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